
In den Jahren 2022 bis 2023 haben wir ein renommiertes Holzbauunternehmen strategisch zum Thema Digitalisierung beraten, mit dem Ziel, eine zentrale Projektmanagement-Plattform (Common Data Environment – CDE) zu entwickeln, die die vielfältigen betrieblichen Prozesse des Unternehmens integrieren und unterstützen kann. Im Mittelpunkt des Auftrags standen die Abstimmung digitaler Arbeitsabläufe, die Verbesserung der interdisziplinären Zusammenarbeit und die Schaffung einer skalierbaren Grundlage für eine vernetzte Projektabwicklung über Planung, Produktion und Ausführung hinweg. Dabei wurde besonderer Wert auf die Schaffung eines zukunftsorientierten digitalen Rahmens gelegt, der Prozesseffizienz, Transparenz und Interoperabilität vereint. Der Beratungsansatz umfasste sowohl eine strategische Prozessanalyse als auch die Konzeption integrierter digitaler Lösungen zur Unterstützung eines nachhaltigen Wachstums und der zunehmenden Projektkomplexität. Damit wurde die Grundlage für eine stärker vernetzte, skalierbare und widerstandsfähige digitale Projektumgebung geschaffen.
Die Vision des Kunden war anspruchsvoll: Er wünschte sich eine einzige Plattform, mit der sich Prozesse über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg verwalten und koordinieren lassen, darunter:
Die bestehende Softwarelandschaft war jedoch bereits hochspezialisiert und tief in die produktionsoptimierten Arbeitsabläufe des Unternehmens integriert. Diese Arbeitsabläufe zeichneten sich durch einen hohen Grad an Standardisierung und Detailgenauigkeit aus, wie er für den industrialisierten Holzbau typisch ist. Jeder Prozessschritt war präzise definiert und streng aufeinander abgestimmt.

Es zeigte sich schnell, dass eine einzige All-in-One-Softwarelösung weder realisierbar noch effizient sein würde. Stattdessen empfahlen wir, das bestehende Ökosystem durch folgende Maßnahmen zu verbessern:
Jedes System war auf spezifische Anforderungen zugeschnitten, und ein Austausch wäre kontraproduktiv gewesen.
Ein wichtiges Beispiel betraf den Import und die Validierung von IFC-Modellen. Externe Modelle erfüllten häufig nicht die internen Anforderungen. Eine enge Zusammenarbeit mit den Planungsteams war erforderlich – doch letztendlich musste das Unternehmen das Modell intern mit Archicad neu erstellen. Dies ermöglichte:
Anstelle einer monolithischen CDE empfahlen wir ein modulares, neutrales Projektmanagementsystem, das sich in die bestehende Softwarelandschaft integrieren lässt, ohne diese zu stören. Dies führte zur Implementierung von:

Wir haben mit einem auf Jira spezialisierten Implementierungspartner zusammengearbeitet. Wir haben die Einführung des Systems vor allem durch Projektkoordination, die Erstellung von Konfigurationen, die Bereitstellung von Inhalten für Datenbanken und das Wiki sowie die Definition der Arbeitsabläufe unterstützt. Jira erwies sich als ideale Plattform für die Verwaltung und Visualisierung von Projektabläufen, insbesondere für die abteilungsübergreifende Zusammenarbeit. Die folgenden Funktionen und Anwendungsfälle waren dabei besonders wertvoll:
Zentrale Projektverfolgung
Maßgeschneiderte Workflows und Automatisierungen
Integration mit externen Systemen über API-Schnittstellen
Issue-Management und Modellkoordination
Verknüpfte Dokumentation in Confluence
Dashboards und Berichterstellung
Strukturierte Übergaben und Archivierung
Vorlagenbasierte Aufgabenerstellung
Das implementierte System brachte erhebliche Vorteile mit sich:
Indem die zentralen BIM- und Fertigungssysteme unangetastet blieben und der Fokus stattdessen auf eine neutrale, modulare Projektebene gelegt wurde, gewann das Unternehmen an Klarheit, Kontrolle und Erweiterbarkeit – ohne seine speziellen Arbeitsabläufe zu beeinträchtigen.
Dieses Projekt zeigte, dass die digitale Transformation im Bauwesen und in der Fertigung nicht immer den Austausch bestehender Tools erfordert. Vielmehr können Unternehmen durch die Vernetzung, Strukturierung und Optimierung von Prozessen mit den richtigen modularen Lösungen echte Wirkung erzielen. Unsere Rolle als Digitalisierungspartner bestand darin, Engpässe zu identifizieren, die Entscheidungsfindung bei der Softwareauswahl zu unterstützen, Implementierungspartner zu koordinieren und einen nachhaltigen Wissenstransfer in die Teams sicherzustellen.